Indien
Home
Vorstand
Presse
Impressum
Partner
Rückblick
Termine
Projekte

Satzung

Letzte Aktualisierung 28.11.2018

Kritik und
Anregungen

Webmaster:
Willi Kern

Zurück zu Projekte

Hilft
kkstiftung-logo1

Tsunami-Hilfe Südindien

Den 26. Dezember 2004 wird kaum jemand vergessen. Innerhalb von wenigen Stunden entwickelten sich erste vorsichtige Meldungen über ein Seebeben mit einer Flutwelle und einigen Tausend Betroffenen zu einer der größten bekannten Naturkatastrophen. Hunderttausende verloren innerhalb von Minuten ihr Leben. Kinder blieben als Waisen oder Halbwaisen zurück. Millionen Menschen blieb nur das, was sie am Leibe trugen, der Rest wurde von den zurückgehenden Fluten mitgerissen.

Auch der Süden Indiens war stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier waren fast eine Mio. Menschen direkt betroffen. 123.000 Häuser und Hütten wurden zerstört, fast 8.000 Menschen fanden den Tod. Die Fischerbevölkerung verlor auf einen Schlag Hab und Gut. Tausende von Booten, Motoren und Netzen wurden zerstört.

Die Unterstützung von ”Bensheim hilft” konzentrierte sich auf die betroffenen Fischergemeinden Enayam und Helen Colony an der südwestlichen Küste, wo die Bevölkerung ihren gesamten Lebensunterhalt verlor.

Die Karl Kübel Stiftung, über die das Projekt abgewickelt wurde, arbeitet dort mit der gemeinnützigen Organisation Shantidhan zusammen, mit der es schon vor der Tsunamikatastrophe Projektkooperationen gab. Das gemeinsam geförderte Projekt folgte dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe. Nur in den ersten Tagen wurde Nothilfe geleistet.

Bereits in den ersten Wochen nach der Katastrophe wurden der Wiederaufbau und weitere Entwicklungsschritte zusammen mit den betroffenen Menschen geplant. Die Wiederaufnahme des Fischfangs, die Schaffung alternativer Einkommensquellen für Frauen und die Investition in Bildung fr die Kinder waren die Prioritäten, die gesetzt wurden.

Neben Hilfen für den Fischfang, d.h. der Beschaffung von 5 Booten, 3 Grossbooten, Bootsmotoren und Netzen, ging man bei den Programmen für Frauen einen neuen Weg. Qualifizierte Arbeitsplätze für Frauen war das erklärte Ziel. Dies wurde durch Schulungs- und Beschäftigungsangebote in verschiedenen Bereichen, u.a. Bootsmotorenreparatur, erreicht. Eine eigens dafür aufgebaute Werkstatt ist heute das Aushängeschild des Projektes. Die Reparaturwerkstatt für Bootsmotoren ist eine einmalige Einrichtung, in der Frauen mit viel Engagement in einer Männerdomäne erfolgreich Fuss gefasst haben.

Darüber hinaus wurden Abendschulklassen eingerichtet, in denen die Kinder von Beginn an qualifizierten Nachhilfeunterricht erhielten. In den ersten Tagen nach dem Tsunami, als Menschen noch in Sammellagern untergebracht waren, war dies eine grosse Hilfe fr die Kinder, denn die Gefahr bestand, dass sie durch den Unterrichtsausfall aus dem Schulsystem ausscheiden würden. Kinderarbeit, fehlender Schulabschluss und keine Aussicht auf einen qualifizierten Beruf wären die Folge gewesen.

Dieses Programm wird bis heute weiter geführt. Über die letzten Jahre haben pro Jahr über 400 Kinder regelmäßig die Abendschulen besucht.

”Bensheim hilft” hat das Projekt mit 135.000,- € unterstützt.

Auch die lokale Bevölkerung hat sich mit fast 16.000,- € an der Finanzierung beteiligt.

Die Menschen in Ennayam und Helen Colony stehen heute wieder auf eigenen Beinen. Der Fischfang ist noch nicht zu alter Intensität zurückgekehrt, doch die Menschen können davon leben.

Insbesondere die Bootsmotorenreparaturwerkstatt hat neue Signale gesetzt. Frauen haben sich erfolgreich in Männerberufen etabliert. Die Qualität ihrer Arbeit wird geschätzt, und wirtschaftlich trägt sich die Werkstatt selbst. Die Frauen tragen damit wesentlich zum Einkommen der Familien bei.

Die Abendschulen sind für die Kinder von grosser Bedeutung. Nicht zuletzt durch die Tsunamikatastrophe haben die Fischer erkannt, dass die Fischerei auf Dauer nicht mehr alle Familien ernähren wird. Für die Kinder müssen Alternativen geschaffen werden. Das Abendschulangebot wird intensiv angenommen und von den Familien geschätzt. Die schulischen Leistungen der Kinder haben sich insgesamt verbessert, und damit auch ihre Zukunftsperspektiven.