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Letzte Aktualisierung 23.April.2020

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Willi Kern

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Soforthilfemaßnahmen angesichts der Corona-Pandemie im Projektgebiet Jhargram Distrikt im Nordosten Indiens

Der Antragsteller:

Kajla Janakalyan Samity, kurz auch KJKS genannt, ist eine sehr erfahrene indische Nichtregierungsorganisation, die bereits 1956 gegründet wurde. Sie ist langjähriger Partner der KKS und engagiert sich vor allem in den Bereichen Ländliche Entwicklung und Management natürlicher Ressourcen mit Breitenwirksamkeit und großen Erfolgen. KJKS agiert als Sprachrohr für die Armen und die Benachteiligten im ländlichen Raum im Nordosten Indiens, verfügt über gutes Fachpersonal und ist bei der Bevölkerung, aber auch bei der Lokalregierung und den zuständigen Behörden, sehr angesehen. Seit August 2018 führt KJKS - in Kooperation mit der KKS - ein weiteres landwirtschaftliches Projekt mit dem Titel „Verbesserung der Lebensbedingungen durch nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen durch indigene Gemeinschaften im Nayagram Block, Jhargram Distrikt, Indien“ durch. Dadurch bestehen gute und etablierte Arbeitskontakte in viele unterschiedliche Dörfer.

Projektregion und Problemstellung:

Die Projektregion liegt ganz im Nordosten Indiens im Bundestaat West-Bengalen im Distrikt Jhargram. Er gehört zu den am meisten benachteiligten Distrikten landesweit und beheimatet einen großen Anteil von indigener Bevölkerung (lokale Stammesgemeinschaften und unterste Kastenmitglieder). Fast 90% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze (BPL) und sind gezwungen, als Tagelöhner zu arbeiten. Die meisten Männer verdingen sich als Wanderarbeiter in der Landwirtschaft oder als schlecht bezahlte, abhängige Tagelöhner in der Stadt, während ihre Frauen mit den Kindern und alten Familienmitgliedern in den Dörfern zurückbleiben. Ein weiteres Entwicklungshemmnis in Jhragram sind die fehlenden Bildungsmöglichkeiten, deshalb liegt auch die Analphabetenrate in der Region bei überdurchschnittlichen 55,82%. Viele Frauen können nicht lesen und schreiben. Sie sind sich als Mütter oft ihrer eigenen Würde, der Bedeutung von Bildung, Gesundheit und Hygiene nicht bewusst. Darüber hinaus gibt es ein akutes Problem der Unterernährung. Mangel an sauberem Trinkwasser und schlechter Zugang zu Gesundheitsdiensten und Behandlungseinrichtungen resultieren in einer hohen Prävalenz von Volkskrankheiten wie Fieber, Durchfallerkrankungen, Typhus, chronischen Husten etc. Durch den Ausbruch des Corona-Virus in Indien verschärft sich die Situation der Familien in Jhargram noch, insbesondere da die indische Regierung am 25.03.2020 ohne vorherige Ankündigung im ganzen Land einen sogenannten "Lock-down“ - eine Ausgangssperre - verkündet hat. Die Menschen müssen nicht nur die Krankheit befürchten, sondern verlieren ihre Einkünfte aus Tagelöhnerarbeit und dadurch jegliche Lebensgrundlage. Sogar die Familien, die sich bislang einen kleinen Lebensunterhalt durch den eigenen Anbau von Feldfrüchten sichern konnten sind betroffen. Die lokalen Märkte sind geschlossen, dadurch ist der Verkauf von jeglichen überschüssigen Produkten und selbst hergestellten Waren nicht mehr möglich und die Einnahmen brechen weg. Die Kinder sind die größten Leidtragenden dieser Situation. Es herrscht ein Mangel an Getreide- und Babynahrung. Aspekte der persönlichen Gesundheitshygiene werden aufgrund der Situation völlig vernachlässigt.

Projektziel:

Das Projekt zielt darauf ab, die aktuelle Krisensituation der 400 am stärksten gefährdeten Familien in 13 Dörfern des Distriktes Jhargram durch das Verteilen von Lebensmittel- und Hygiene-Sets zu überwinden.

Mit dem Projekt soll außerdem erreicht werden, dass:

Die Ernährung der von Hunger bedrohten Familien für mindestens 15 Tage sichergestellt ist,

  • 90% der Dorfbevölkerung für persönliche Gesundheits- und Hygienepraktiken sensibilisiert ist und sie anwendet,
  • die Menschen für Prinzipien der „sozialen Distanz“/ des „notwendigen Abstandhaltens“ aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus sensibilisiert sind,
  • Mitwirkung und Aufbau guter Beziehung zu staatlichen Vertretern, lokaler Würdenträger und Interessengruppen (Gemeinderäte, Selbsthilfegruppen des Landwirtschaftsprojektes, Vertreter der Polizei etc.), sichergestellt sind, so dass die Hilfsgüter ordnungsgemäß verteilt und auch geplante zukünftige Entwicklungsprojektaktivitäten insgesamt besser umgesetzt werden können.
  • Zielgruppe:
  • 400 besonders von der Corona-Pandemie und der aktuellen Ausgangssperre betroffenen Familien (insgesamt 2500 Familienmitglieder) in 13 Projektdörfern.

    Maßnahmen und Aktivitäten (inkl. Kostenübersicht):

    Aufgrund des o.g. laufenden Landwirtschaftsprojektes bestehen gute Kontakte in die Dörfer. Gemeinsam mit den bereits aufgebauten Frauen- und Kleinbauerngruppen des Projektes und unter Einbeziehung der lokalen Würdenträger, des Gemeinderates und auch der Polizeiverwaltung wird der Projektträger die bedürftigsten Familien identifizieren. Darauf aufbauend wird gemeinsam ein geeigneter Aktionsplan für die konkrete Umsetzung des Projekts vorbereitet.
    Die Hilfesets werden beschafft, in einem zentralen, gesicherten Lager des Projektgebiets aufbewahrt und dann zügig an die am stärksten betroffenen Empfänger verteilt. Die humanitären Sets beinhalten im Wesentlichen Reis, Linsen, Öl, Zucker, Salz, Sojabohnen sowie Seife und Waschpulver. Die jeweilige Ration ist so bemessen, dass eine Familie für mindestens 15 Tage mit essentiellen nährstoffhaltigen Lebensmitteln und grundlegenden Hygieneartikeln für die persönliche Gesundheitspflege zuhause versorgt ist. Die Prinzipien des „Physical/social distancing“ werden dabei zu jeder Zeit berücksichtigt. Um die Ansteckungsgefahr mit dem Virus zu minimieren und die Verbreitung der Pandemie in der Projektregion zu verlangsamen werden die Sets bspw. an den Türen der ausgewählten Familien abgelegt. In sicherem Abstand wird von den Projektmitarbeitern und freiwilligen Helfern auch das „richtige“ Händewaschen demonstriert. Das Projektteam wird die Verteilung der Hilfsgüter detailliert dokumentieren und mehrfach Rückmeldungen zur Projektdurchführung von den betroffenen Empfängern einholen. Ein Abschlussbericht mit Bildmaterial ist ebenfalls standardmäßig vorgesehen
    .

    Bensheim hilft übernimmt den Betrag von 7.700 Euro

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    Flutopferhilfe West Bengalen

    Mitte Juli 2007 wurde der Nordosten Indiens von schweren Unwettern in Verbindung mit heftigen anhaltenden Regenfällen heimgesucht. Mitte August folgten weitere schwere Unwetterfronten mit erneuten Überschwemmungen.

    Sieben Millionen Menschen im ganzen Land waren betroffen. Hunderttausende blieben für Tage von der Aussenwelt abgeschnitten, nachdem zahlreiche Flüsse über die Ufer traten.

    Die Lebensmittelvorräte gingen zur Neige, und es gab kaum noch sauberes Wasser.

    Laut Angaben der indischen Behörden waren im nordostindischen Bundesstaat West Bengalen insgesamt 5,3 Millionen Menschen betroffen. 147.000 Menschen wurden in Notaufnahmelager evakuiert.

    Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt. Die gesamte landwirtschaftliche Existenzgrundlage wurde zerstört. Kleinvieh ertrank in den Fluten, angepflanzter Reis wurde weggeschwemmt, Fischteiche und -besatz beschädigt, Baumbepflanzungen verwüstet.

    Die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie arbeitet in diesem Projekt mit der lokalen Organisation ”Kajla Janakalyan Samity” (KJKS) zusammen.

    ”Bensheim hilft” konzentrierten sich darauf, die wirtschaftlichen Grundlagen der betroffenen Bevölkerung wieder herzustellen. Neben Zuschüssen für Hausneubauten (für 50 Familien) und Reparaturen an beschädigten Häusern (75) wurde ein Grossteil der Hilfen als Kredit vergeben. Durch die Überschwemmungen verdorbenes Saatgut wurde ersetzt, Fischteiche wurden wieder instand gesetzt, neue Pflanzungen angelegt. Zur Beschaffung von Kleinvieh wurden Kleinkredite (fr 100 Familien) vergeben. Durch den Bau von erhöhten Saatgutspeichern können Saatgut und Lebensmittel zukünftig flutsicher gelagert werden. Die Bereitstellung von 189 einfachen Wasserfiltern verhinderte den Ausbruch von Infektionskrankheiten. Begleitende Schulungskurse in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Trinkwasseraufbereitung und Katastrophenschutz trugen dazu bei, den Wiederaufbau nachhaltig zu gestalten.

    ”Bensheim hilft” hat das Projekt mit 30.850,- € unterstützt.

    Das Projekt ist konsequent dem Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe gefolgt. Die Empfänger mussten sich verpflichten, die erhaltenen Leistungen in Raten zurück zu zahlen. Bis Ende 2009 waren 83 % der vergebenen Kredite zurück gezahlt.

    Damit wurden in den Dörfern selbstverwaltete Kreditfonds aufgebaut, die der Bevölkerung langfristig zur Verfügung stehen. So geleistete Nothilfe bildet den Grundstock fr die langfristige Entwicklung in der Region.

    Flutopferhilfe ”Aila”

    Am 25. Mai 2009 erreichte der Zyklon ”Aila” mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern den Nordosten Indiens.

    ”Aila” hat in Indien die sogenannten Sunderbhans, die Deltaregion des Ganges südlich von Kalkutta, besonders stark betroffen. Über 500.000 Menschen wurden dort obdachlos. Darüber hinaus wurden die Deichanlagen, die die tief liegende Deltaregion vor Überschwemmungen schützen, zerstört. Nothilfemaßnahmen und Trinkwasser waren dringend erforderlich.

    Die Karl Kübel Stiftung organisierte die Hilfe vor Ort über die gemeinnützige Organisation ”Development Research Communication and Service Centre” (DRCSC).

    Mit 3.000,- € von Bensheim hilft” wurden Trockenmilchrationen für Babys, Gerstenrationen und Minerallsungen für die Bevölkerung im Ort Samsernagar bereit gestellt. Mit einer weiteren Finanzierung von 3.400,- € werden zwei Brunnen gebaut, die langfristig die Trinkwasserversorgung sicher stellen.

    West-Bengalen